anna wielends künstlerische arbeit bewegt sich an der schnittstelle von klang, körper und interdisziplinärem austausch. im zentrum stehen oft fragen nach der beziehung zwischen mensch und mehr-als-menschlichen wesen sowie die auflösung anthropozentrischer perspektiven.
ausgewählte werke
„RADIX“ (2026)
für mezzosopran, querflöte, violine, viola und fagott (9')
uraufführung: 02.07.2026 @ liszt ferenc academy of music, budapest
nachdem ich erwin lichteneggers zeichnungen und beiträge zur wurzelforschung entdeckt hatte, wurden sie unmittelbar zu einer wichtigen inspirationsquelle für dieses stück. die anschließend auf notenpapier gedruckten zeichnungen dienten sowohl als grundlage für die formale struktur als auch für das melodische material. darüber hinaus recherchierte ich wissenschaftliche texte über wurzeln und stieß dabei auf plinius den älteren, der zu den ersten gehörte, die eine umfassende enzyklopädie der naturwissenschaften mit dem titel naturalis historia verfassten. dieses mehrbändige werk wurde um 77 n. chr. veröffentlicht. teile der absätze 127 bis 130 aus buch xvi wurden für das libretto verwendet.
„tauchgang” (2026) für SSSAAA, tanz und fixed media (15’)
uraufführung: 27.04.2026
@ salurinn kópavogur, iceland
im interview für das interdisziplinäre projekt tauchgang spricht die meeresbiologin angelina ivkic über ihre erfahrungen unter wasser, den alltag im korallenriff und die dramatischen auswirkungen des klimawandels auf die lebewesen der ozeane. das interview entstand im rahmen ihrer doktorarbeit red sea coral reefs: a pleistocene–recent comparison [FWF Project P 31592-B25 ~ more information].
die gehäkelte koralle ist von den kunstwerken von christine und margaret wertheim inspiriert. sie sit ein symbol für die vision einer friedvollen koexistenz zwischen menschen und mehr-als-menschlichen lebewesen.
„ABSORBED” (2026) für trompete, violine, kontrabass und präpariertes klavier (22’)
looking deeply
taking in
everything what is
the poetry of being
alive
uraufführung: 27.04.2026
@ salurinn kópavogur, iceland
„fluten“ (2022-2024) für academy singers - SSAATTB (9')
uraufführung: 21.09.2024
@ konzerthaus wien
ausgehend von einem text über baumflechten aus dem buch 'arts of living on a damaged planet', das von anna loewenhaupt tsing herausgegeben wurde, wollte ich die beständige lebensweise dieser lebewesen untersuchen. flechten können lange trockenperioden mühelos überstehen. wenn wasser vorhanden ist, nehmen sie viel flüssigkeit auf und dehnen sich aus. dieses werk ist eine hommage an lebewesen, die vor uns da waren, mit uns sind und uns überleben werden.
„STABAT MATER - stab our mother?“ (2024) für cantando admont - SSAATTBB (7')
komponist*innen haben über die jahrhunderte hinweg die form des stabat mater gewählt, um schmerz auszudrücken. wenn ich sehe, wie wir mit dieser welt umgehen, ist genug schmerz in mir, um ein stabat mater zu schreiben. ich habe die bildhafte erzählung von marias schmerz, ausgelöst durch die reise ihres sohnes jesus, auf die erde übertragen. ein planet, der uns bedingungslos gibt und nährt, wie eine mutter, ein elternteil, eine wichtige bezugsperson. leidet die erde selbst oder auch die pflanzen, die auf ihr wachsen?
uraufführung 17.10.2024
@ mariendom linz
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